Warum Leitlinien zwei Zyklen verlangen
Eine Diagnose von PMDS beruht auf einem Muster über die Zeit, nicht auf einem Gespräch im Nachhinein. Leitlinien verlangen deshalb, Beschwerden vorauslaufend festzuhalten, mindestens zwei Zyklen.
Was vorauslaufend festhalten bedeutet
Leitlinien verlangen, Beschwerden vorauslaufend über mindestens zwei Zyklen festzuhalten, bevor eine Diagnose gestellt wird. Hinterher aus der Erinnerung zu schildern, ist dafür zu unzuverlässig. Das steht in der RCOG-Leitlinie (Green-top 48), in den Prüfstandards der ISPMD (2016), in der ACOG-Leitlinie von 2023 und in der Definition der ICD-11, Kode GA34.41.
Was das DSM-5 genauso verlangt
Das DSM-5 verlangt dasselbe Muster: Beschwerden in der Woche vor der Menstruation, minimal oder fehlend in der Woche danach, mit spürbarer Belastung, bestätigt über mindestens zwei Zyklen. Dafür werden am häufigsten tägliche DRSP-Einträge genutzt. Die App macht das Muster sichtbar. Eine Diagnose stellt die App nicht.
Welche Leitlinie in den Niederlanden gilt
In den Niederlanden schrieb die NVOG 2011 eine Leitlinie zum prämenstruellen Syndrom. Sie empfiehlt die Kriterien der ISPMD und einen Kalender und beruht auf der RCOG-Leitlinie von 2007. Die heutigen internationalen Dokumente sind neuer: ACOG Clinical Practice Guideline No. 7 (Dezember 2023) und RCOG Green-top Guideline No. 48 (2016, veröffentlicht 2017). Das RCOG hat den Text im Mai 2023 geprüft, eine Aktualisierung ist in Arbeit. Die Clinical Knowledge Summaries des NICE stützen sich auf diese Quellen.
Quellen
- Royal College of Obstetricians and Gynaecologists. Management of Premenstrual Syndrome. Green-top Guideline No. 48. BJOG. 2017;124(3):e73–e105. www.rcog.org.uk/guidance/browse-all-guidance/green-top-guidelines/premenstrual-syndrome-management-green-top-guideline-no-48/
- Ismaili E, et al. Fourth consensus of the International Society for Premenstrual Disorders (ISPMD): auditable standards for diagnosis and management of premenstrual disorder. Archives of Women’s Mental Health. 2016. doi.org/10.1007/s00737-016-0631-7
- American College of Obstetricians and Gynecologists. Management of premenstrual disorders. Clinical Practice Guideline No. 7. Obstetrics & Gynecology. 2023;142(6):1516–1533. www.acog.org/clinical/clinical-guidance/clinical-practice-guideline/articles/2023/12/management-of-premenstrual-disorders
- World Health Organization. ICD-11 for Mortality and Morbidity Statistics. GA34.41 Premenstrual dysphoric disorder. icd.who.int/browse/2025-01/mms/en#1526774088
- American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, fifth edition (DSM-5). 2013. Premenstrual dysphoric disorder. www.psychiatry.org/psychiatrists/practice/dsm
- National Institute for Health and Care Excellence. Clinical Knowledge Summaries: Premenstrual syndrome, supporting evidence. Based on RCOG, ISPMD, ACOG 2023 and BMJ Best Practice 2024. cks.nice.org.uk/topics/premenstrual-syndrome/supporting-evidence/
- Nederlandse Vereniging voor Obstetrie en Gynaecologie. Richtlijn Premenstrueel syndroom. Utrecht: NVOG; 2011. www.nvog.nl/wp-content/uploads/2020/06/Richtlijn-Premenstrueel-Syndroom.pdf
Diese Seite fasst veröffentlichte Forschung und Leitlinien zusammen. Sie ist keine medizinische Beratung und keine klinische Leitlinie. Die App stellt keine Diagnose.
PMDD Tracker ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine fachliche Beratung. Die zyklische Übersicht ist ein Hilfsmittel zur Mustererkennung, kein medizinisches Urteil. Hol dir immer Rat bei einer Behandlerin. Medizinischer Disclaimer.
Häufige Fragen
- Zählt ein einzelner schwerer Zyklus?
- Leitlinien verlangen mindestens zwei Zyklen, weil ein Zyklus das Muster nicht bestätigt.
- Kann ich das im Nachhinein ausfüllen?
- Im Nachhinein zu schildern ist nach diesen Leitlinien für die Diagnose zu unzuverlässig.
- Stellt die App nach zwei Zyklen die Diagnose?
- Nein. Die App stellt keine Diagnose. Die Übersicht ist dafür da, das Muster zu einer Behandlungsperson mitzunehmen.
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